27 April 2026, 20:13

CDU leitet Ausschlussverfahren nach AfD-Kooperation in Biebesheim ein

Gruppe von Menschen, die um einen Tisch mit Papieren stehen, umgeben von Fahnen, Topfpflanzen und einem gerahmten Foto an der Wand, was die Unterzeichnung eines U.S.-Kanada-Memorandums von Verständnis anzeigt.

CDU leitet Ausschlussverfahren nach AfD-Kooperation in Biebesheim ein

Die hessische CDU hat schnell gegen Mitglieder reagiert, die bei einer Abstimmung im örtlichen Gemeinderat mit der rechtsextremen AfD zusammengearbeitet haben. Der Kreisverband Groß-Gerau leitete Parteiausschlussverfahren ein, nachdem eine gemeinsame Stimmabgabe in Biebesheim am Rhein für Aufsehen gesorgt hatte. Parteivertreter bezeichneten diesen Schritt als notwendige Konsequenz aus einem "inakzeptablen Bündnis".

Der Streit begann, als CDU- und AfD-Vertreter in Biebesheim am Rhein eine gemeinsame Kandidatenliste für die Stellvertreterposten des Bürgermeisters einreichten. Ihr Vorschlag stand einer separaten Liste von SPD, Grünen und Freien Wählern gegenüber, die gemeinsam 17 der 31 Ratsmandate halten. Trotz anfänglicher Uneinigkeit einigten sich beide Seiten schließlich auf eine gemeinsame Liste – dabei wurde der AfD-Kandidat Bernd Kahnert in den Gemeindevorstand gewählt.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Harth hatte zuvor darauf gedrängt, dass seine Partei einen der Stellvertreterposten besetzen solle. Doch die Zusammenarbeit mit der AfD zog umgehend scharfe Kritik nach sich. Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born unterstützte die Entscheidung, "sofort und konsequent" auf lokaler Ebene zu handeln, und bezeichnete die Kooperation als "nicht hinnehmbar".

Stefan Sauer, der CDU-Kreisvorsitzende, bestätigte, dass weitere disziplinarische Maßnahmen geprüft würden. Die Partei betonte, die gemeinsame Abstimmung sei "offensichtlich spontan und unabgestimmt" erfolgt und stehe nicht zur Debatte. Gleichzeitig ergab eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), dass vor allem parteilose Gemeinderäte und kleinere Parteien mit der AfD kooperieren. Fast 19 Prozent von rund 5.000 inhaltlichen Kommunalabstimmungen zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 erfolgten in direkter Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Partei.

Die eingeleiteten Ausschlussverfahren unterstreichen die klare Haltung der CDU gegen lokale Bündnisse mit der AfD. Die Parteiführung hat deutlich gemacht, dass eine solche Zusammenarbeit nicht geduldet wird. Wie sich dieser Beschluss auf die künftige Ratsdynamik in Biebesheim am Rhein auswirken wird, bleibt abzuwarten.

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