16 March 2026, 12:20

Berlins Buchstabenmuseum schließt – was wird aus dem legendären Dekorativen Fisch?

Ein Buchumschlag mit einer Straßenszene in Berlin, mit Gebäuden, Straßenlaternen, Menschen und einem Karren im Vordergrund, mit dem Text "Berlin Museum von Julius Jacob" oben und unten.

Berlins Buchstabenmuseum schließt – was wird aus dem legendären Dekorativen Fisch?

Berlins Buchstabenmuseum mit 3.500 Neonleuchtbuchstaben schließt am Montag seine Türen

Die Entscheidung folgt auf jahrelange finanzielle Kämpfe, darunter ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie. Zu den wertvollsten Exponaten zählt das ikonische Dekorative Fisch-Schild, das jahrzehntelang eine Hochhausfassade in Friedrichshain erleuchtete, bevor es für die Sammlung gerettet wurde.

Das Neonleuchtzeichen Dekorativer Fisch tauchte erstmals in den frühen 1980er-Jahren auf und leuchtete über einem märchenhaft anmutenden Gebäude am Frankfurter Tor. Um 1999 entstand eine Replik, doch das Original wurde später demontiert und konserviert. Heute gehört es zum Bestand des Museums, das Schilder aus Berlin, anderen deutschen Regionen, Österreich und der Schweiz vereint.

Gegründet und geleitet von Barbara Dechant stützte sich das Museum auf die Unterstützung eines 120 Mitglieder zählenden Vereins. Doch steigende Energiekosten, höhere Betriebsausgaben und halbierte Besucherzahlen seit COVID-19 machten den Weiterbetrieb unmöglich. Der aktuelle Standort – ein S-Bahn-Bogen in der Nähe des Bahnhofs Bellevue in Mitte – bleibt nur noch bis Jahresende geöffnet.

Die Sammlung birgt kulturelles und historisches Erbe: Sie bewahrt Fragmente der Berliner Vergangenheit, Designs aus der DDR-Zeit und weiter Teile des deutschen Kulturguts. Dechant und ihr Team suchen nun nach Lagerlösungen und einer neuen Institution, die die Zukunft des Museums sichern könnte.

Die Schließung wirft Fragen über das Schicksal Tausender Neonbuchstaben auf. Ohne neuen Träger oder Finanzierung droht das einzigartige Archiv städtischer Geschichte zerstreut zu werden. Der Dekorative Fisch und andere Exponate harren vorerst in der Ungewissheit aus – in der Hoffnung auf eine Rettung.

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