Berlin feiert Newroz mit zwei großen Kulturfestivals gegen das Vergessen
Leopold BeerBerlin feiert Newroz mit zwei großen Kulturfestivals gegen das Vergessen
Berlin feiert Newroz erstmals mit zwei großen Kulturveranstaltungen
Das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt richten in diesem Jahr jeweils Festivitäten aus, die Traditionen aus kurdischen, persischen, zentralasiatischen und afghanischen Gemeinschaften zusammenbringen. Beide Häuser möchten mit ihren Programmen die tiefen kulturellen Wurzeln des Festes betonen – und zugleich an seine Geschichte der Unterdrückung erinnern.
Das Humboldt Forum widmet Newroz im Rahmen seines Jahresprogramms Beziehungen: Familie einen ganzen Tag. Sieben Vereine – darunter Yekmal, Mittani und Royavida für kurdische Bräuche, GAFCA und San'at für zentralasiatische und usbekische Traditionen sowie Mehr und PUK e.V. für iranische und afghanische Perspektiven – leiten Workshops und Aufführungen. Besucher können unter anderem Drachen bauen, Eier bemalen und traditionelle Tänze erlernen.
Im Haus der Kulturen der Welt liegt der Fokus unter der Kuratorin Ava Irandoost ausschließlich auf persischer Kultur und Künstlerinnen. Sie beschreibt Newroz als Akt des Widerstands – besonders im Iran, wo das Regime das Fest seit Langem unterdrückt. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: Iranische und afghanische Perspektiven untersucht, wie die Feierlichkeiten trotz Repressionen fortbestehen.
Newroz, das in über 30 Ländern begangen wird, war in Ländern wie Afghanistan und Iran zeitweise verboten. Die Behörden dort sahen in seinen vorislamischen Ursprüngen und dem kulturellen Nationalismus eine Bedrohung – insbesondere unter strenger islamistischer Herrschaft. Die Berliner Veranstaltungen sollen den Geist des Festes zurückerobern und gleichzeitig über seine kämpferische Geschichte aufklären.
Mit Musik, Handwerk und Diskussionen präsentieren die Feiern die Vielfalt von Newroz. Durch die Zusammenarbeit mit Gemeinschaftsinitiativen verwandeln beide Häuser das Fest in eine öffentliche, kulturübergreifende Begegnung. Gleichzeitig erinnern die Events daran, dass Newroz in vielen Regionen bis heute verboten ist – und sein Erbe umkämpft bleibt.






