Baden-Baden feiert Nijinsky und Pawlowa mit großem Ballettfestival im Herbst
Serpil KranzBaden-Baden feiert Nijinsky und Pawlowa mit großem Ballettfestival im Herbst
Baden-Baden wird in diesem Herbst Schauplatz eines großen Ballettfestivals sein, das das Erbe der legendären Tänzer Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa feiert. Vom 2. bis 12. Oktober präsentiert die Veranstaltung Aufführungen, Ausstellungen und eine Hommage an ihr bahnbrechendes Wirken mit den Ballets Russes.
Das unter dem Titel Die Welt des John Neumeier stehende Festival eröffnet am 3. Oktober mit einer Ausstellung im Stadtmuseum Baden-Baden. Der international renommierte Choreograf Neumeier zeigt eine Auswahl aus seiner Sammlung zu Tanz und Ballett und würdigt dabei den Einfluss Nijinskys und Pawlowas.
Den Höhepunkt des Festivals bildet Nijinskys Ballett Nijinsky, das im Festspielhaus drei Mal – vom 3. bis 5. Oktober – auf dem Programm steht. Neumeier bezeichnete Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" und lobte seinen revolutionären Ansatz in der Spitzentanz-Technik zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Verbindung zwischen Baden-Baden und diesen Ballettikonen reicht weit zurück: Im August 1913 hielt sich Nijinsky im Grandhotel Stephanie (heute Brenners Parkhotel & Spa) auf – allerdings zur Erholung, nicht für künstlerische Arbeit. In dieser Zeit begannen er und Sergei Djagilew mit der Konzeption eines von Bach inspirierten Balletts. Pawlowa wiederum sollte ebenfalls in der Stadt auftreten, sorgte jedoch für Aufsehen, als sie ihren Auftritt absagte. Später kehrte sie am 26. August 1913 ins Theater Baden-Baden zurück, um ihren berühmten Sterbenden Schwan aufzuführen.
Auch Pawlowa, ein weiterer Star der Ballets Russes, wird im Rahmen des Festivals mit einem eigenen Ausstellungsteil gewürdigt.
Die Veranstaltung verbindet Geschichte und modernes Ballett und lässt den künstlerischen Geist Nijinskys und Pawlowas wiederaufleben. Ihr Aufenthalt in Baden-Baden vor über einem Jahrhundert hinterließ bleibende Spuren – das Festival zeigt nun ihre anhaltende Prägung der Tanzkunst. Aufführungen und Ausstellungen laufen bis zum 12. Oktober.






