Apotheken-Reform: BVDAK-Chef droht mit Streiks und fordert faire Gebühren
Winfried JunkApotheken-Reform: BVDAK-Chef droht mit Streiks und fordert faire Gebühren
Dr. Stefan Hartmann, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK), hat weitreichende Reformen für die Zukunft der Apotheken gefordert. Gemeinsam mit der Mitmoderatorin Clara Hartmann betonte er die Notwendigkeit erweiterter Dienstleistungen, fairer Wettbewerbsbedingungen und verlässlicher Gebührenstrukturen, um den Sektor zu stärken.
Das Duo sprach zudem kritische Themen wie die Nachfolgeplanung, die Spezialisierung von Apotheken und deren Rolle im Gesundheitswesen an – und warnte zugleich vor möglichen Streiks, sollten ihre Forderungen ignoriert werden.
Hartmann übt scharfe Kritik an der Ampelkoalition, die versprochene Gebührenerhöhungen nicht umgesetzt habe. Ohne die im Koalitionsvertrag zugesagten finanziellen Mittel seien viele Apotheken nicht überlebensfähig, so seine Warnung. Falls die Politik nicht nachbessere, drohten Arbeitsniederlegungen.
Clara Hartmann unterstrich ebenfalls die Dringlichkeit stabiler Vergütungsmodelle. Apotheken bräuchten planbare Einnahmen, um zukunftsfähig zu bleiben und im Wettbewerb bestehen zu können. Beide forderten zudem klarere Regeln für den Wettbewerb zwischen Präsenzapotheken, Versandhandelsapotheken und Online-Anbietern.
Zum Thema Nachfolgeplanung wies Clara Hartmann auf die Hürden für junge Apotheker:innen hin. Sie plädierte für bessere Rahmenbedingungen, damit die nächste Generation bestehende Apotheken übernehmen könne. Hartmann ergänzte, dass eine stärkere Spezialisierung notwendig sei, um die zentrale Stellung der Apotheken im Gesundheitswesen zu sichern.
Diskutiert wurde auch das Modell der Apotheken-GmbH. Hartmann befürwortete diese Rechtsform, betonte jedoch, dass sie keine externe Kapitalbeteiligung ermöglichen dürfe. Stattdessen sei Aufklärung über die Vorteile des GmbH-Modells für den Sektor entscheidend.
Über die Finanzfrage hinaus forderte Hartmann einen Ausbau der apothekerlichen Dienstleistungen. Apotheken sollten künftig mehr Beratung, Präventionsprogramme und pharmazeutische Betreuung anbieten, um ihre Position im Gesundheitssystem langfristig zu festigen.
Die Appelle erfolgen vor dem Hintergrund steigender Kosten und sich wandelnder Marktbedingungen. Hartmann und Clara Hartmann rufen Regierung, Industrie und Gesetzgeber zum Handeln in den Bereichen Gebühren, Wettbewerb und Nachfolge auf. Ohne Fortschritte, so ihre Warnung, stehe die Stabilität des deutschen Apothekennetzes auf dem Spiel.






